
Heimtiere haben eine Eigenschaft, die sie für Halter tückisch macht: Als Beutetiere verstecken sie Schwäche, solange es irgend geht. Wenn ein Kaninchen sichtbar krank wirkt, ist es das oft schon länger. Deshalb gilt hier mehr noch als bei Hund und Katze – lieber einmal zu früh anrufen.
Wann Sie nicht bis morgen warten sollten
Ein Kaninchen oder Meerschweinchen, das seit mehr als zwölf Stunden nicht frisst und keinen Kot absetzt, ist ein Notfall. Die Verdauung dieser Tiere darf nicht stillstehen. Ebenso: Atemnot, Kopfschiefhaltung, Sturz aus Höhe, Bissverletzung durch Hund oder Katze.
Innere Medizin für Kaninchen, Nager und Co.
Typische Vorstellungsgründe sind Zahnfehlstellungen, Verdauungsstörungen, Atemwegsinfekte, Abszesse, Harngrieß und Blasensteine, bei Meerschweinchen häufig auch Hautparasiten und Pilze. Diagnostisch stehen dieselben Mittel zur Verfügung wie bei Hund und Katze: Labor, Röntgen und Ultraschall – angepasst an sehr kleine Patienten.
Zahnbehandlung bei Heimtieren
Kaninchen- und Nagerzähne wachsen lebenslang. Stört etwas am Abrieb, entstehen Spitzen und Haken, die Zunge und Backenschleimhaut verletzen – das Tier frisst weniger, wodurch der Abrieb weiter abnimmt. Ein Kreislauf, der sich nur durch Gebisskorrektur unterbrechen lässt. Wir kürzen und korrigieren in Kurznarkose und besprechen mit Ihnen, was sich an Futter und Haltung ändern sollte. Mehr zur Zahnheilkunde
Chirurgische Versorgung
Kastrationen, Abszesse, Tumorentfernungen, Blasensteine: Auch bei Heimtieren operieren wir in Inhalationsnarkose mit Überwachung. Wichtig ist der Unterschied zur Vorbereitung bei Hund und Katze – Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager dürfen vor einer Operation nicht nüchtern bleiben. Ihre Verdauung darf nicht unterbrochen werden, deshalb bekommen sie bis zum Eingriff Futter. Mehr zur Chirurgie
Stationäre Betreuung
Nach Operationen oder bei schweren Erkrankungen können Heimtiere bei uns auf der Station bleiben – mit Infusionen, Schmerztherapie und, wo nötig, Zwangsfütterung. Gerade bei Kaninchen entscheidet die konsequente Weiterversorgung in den ersten Tagen über den Verlauf. Mehr zur Krankenstation
Vögel und Reptilien
Wellensittiche, Kanarien, Papageien, Schildkröten und Echsen behandeln wir ebenfalls. Bei Reptilien hängt sehr viel an der Haltung – Temperatur, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit –, deshalb gehört eine ausführliche Haltungsberatung fast immer zur Behandlung. Bringen Sie zum Termin gern Fotos vom Terrarium oder der Voliere mit.
Häufige Fragen
Mein Kaninchen frisst seit gestern nicht mehr. Kann ich bis morgen warten?
Nein. Frisst ein Kaninchen länger als etwa zwölf Stunden nicht und setzt keinen Kot ab, ist das ein Notfall. Bitte rufen Sie uns sofort an.
Muss mein Meerschweinchen vor einer OP nüchtern sein?
Nein – im Gegenteil. Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager sollen bis zur Operation Futter bekommen, damit die Verdauung nicht stillsteht. Nüchtern bleiben nur Hunde und Katzen.
Behandeln Sie auch Ratten und Frettchen?
Ja. Ratten, Mäuse, Hamster, Chinchillas, Degus und Frettchen gehören zu unserem regelmäßigen Patientenstamm.
Wie transportiere ich mein Kaninchen am besten?
In einer festen Box mit vertrautem Einstreu und etwas Heu, möglichst zu zweit mit dem Partnertier. Das reduziert den Stress erheblich.
